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Und sonst so ... Mehr als 2 sexy legs wären beyond next level Dieses Thema abonnieren
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Alt 18.10.2019, 14:25   (CH)
Sheva7
Ronarid
 
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Die Bahn in der Schweiz ist zuverlässig, die Menschen darin leider nicht. Das gibt dermassen Verzögerungen beim ein- und aussteigen, dass man den Anschluss verpasst.
Das liegt an den vielen Deutschen, Italienern und Franzosen hier.
Sheva7 ist offline Mit Zitat antworten
Alt 18.10.2019, 14:30
Everlong
Polster-Udo

Holy fuck, in welcher Werbungs-Cookie-Hölle bin ich denn gelandet?

Trotz Ad-Blocker stehen bei Google neben den ersten Suchergebnissen rechts oben Anzeigen. Zuerst bekomme ich ein Buch vorgeschlagen, warum Obamas Präsidentschaft völlig katastrophal war. Ich denke mir "wat soll das denn? Lass mal die Seite aktualisieren und schauen was passiert". Und was erhalte ich dann?
Schaue mir gerade den Suchbegriff-Report eines unserer Kunden an. Ein Möbelhaus. Kampagnenschwerpunkt ist das angeschlossene Küchenstudio. Einer der Suchbegriffe, die eine Anzeigenschaltung ausgelöst haben, passt thematisch nicht ganz

__________________
t w i t c h
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cornulio (19.10.2019), CrookedVulture (18.10.2019), das f (18.10.2019), kaestchen (18.10.2019), nevermind (18.10.2019), Noc (18.10.2019), Splashi (18.10.2019), Tschecker (23.10.2019)
Alt 18.10.2019, 14:35
mehl
Certified User
 
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Zu dem Post von Bouba:

Brauchst Du/Wir/Ihr usw denn wirklich immer Internetempfang? Würde es nicht vielen Leuten, inkl. mir, sehr gut tun, wenn man nicht ständig Empfang hat?
mehl ist offline Mit Zitat antworten
Alt 18.10.2019, 15:55   (Berlin)
Splashi
Wir sind die Sintflut.
 
Benutzerbild von Splashi

Schaue mir gerade den Suchbegriff-Report eines unserer Kunden an. Ein Möbelhaus. Kampagnenschwerpunkt ist das angeschlossene Küchenstudio. Einer der Suchbegriffe, die eine Anzeigenschaltung ausgelöst haben, passt thematisch nicht ganz

Gibt's eigentlich viel Product Placement in Pornos? So ein Küchenanbieter, der zeigt, das nach einem ordentlichen Gelage, alles blitzschnell wieder sauber ist oder was das Hängeregal so aushält.

Jedenfalls unbedingt als: "Genau passend" hinzufügen.
__________________
Wenn Du willst, ist es kein Traum.
Splashi ist offline Mit Zitat antworten
Alt 18.10.2019, 15:58   (Hamburg)
Thrasher
The Search for Animal Chin
 
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Frosta haben Mal auf Pornhub mit "na, keine Hand frei zum Kochen?" Für ihre Fertiggerichte geworben.







Hab ich in der W&V gelesen.
Thrasher ist offline Mit Zitat antworten
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PapaBouba (18.10.2019)
Alt 18.10.2019, 19:44
PapaBouba
-US-

Zu dem Post von Bouba:

Brauchst Du/Wir/Ihr usw denn wirklich immer Internetempfang? Würde es nicht vielen Leuten, inkl. mir, sehr gut tun, wenn man nicht ständig Empfang hat?
Welcher Beruf - ausser klassisches Handwerk - kommt ohne Internet aus?
Mich hat der Tag gestern echtes Geld gekostet. Selbst aber wenn nicht is es traurig, dass man im Flieger mitten über dem Ozean WiFi hat. In einer Metropole aber Edge. So jedenfalls kann man Fabrik 4.0 und autonomes Fahren direkt beerdigen. Und alle gesammelten Daten von u.a. Maschinen und Autos löschen. Ohne Internet bringen die gar nichts.

Zudem behalte ich mir gerne selbst vor darüber zu bestimmen, ob ich ins Internet will oder nicht. Dein Satz ist eine 1a-Ausrede für Anbieter ihr Unvermögen mal wieder auf den Kunde abzuwälzen.
PapaBouba ist offline Mit Zitat antworten
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CrookedVulture (19.10.2019)
Alt 18.10.2019, 19:48   (Berlin)
zeze
zeze
 
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Welcher Beruf - ausser klassisches Handwerk - kommt ohne Internet aus?
Beamte!
zeze ist offline Mit Zitat antworten
Alt 18.10.2019, 22:48
mehl
Certified User
 
Benutzerbild von mehl

Zudem behalte ich mir gerne selbst vor darüber zu bestimmen, ob ich ins Internet will oder nicht. Dein Satz ist eine 1a-Ausrede für Anbieter ihr Unvermögen mal wieder auf den Kunde abzuwälzen.
Darum gehts mir gar nicht, sondern was das ständige Internet mit den Menschen macht.

Auf Tagungen z.B. sieht man die Leute in den Reihen mit ihren Handys, Tablets surfen, weil sie es nicht aushalten, dass der Vortrag vllt. nicht ganz so spannend ist. Anstatt man raus geht, aber traut sich kaum einer.

Viele kommen mir mit dem verfügbaren Internet im Hinterkopf viel unentspannter vor. Es könnte ja im Internet etwas Interessanteres passieren, als gerade dort wo sie sind. Das kann man noch viel weiter ausführen. Auch wie sich Menschen dann anders verhalten, wenn sie wissen, dass eben kein Internet vorhanden ist. Dann ist das Handy ganz schnell weg und die Bereitschaft sich auf das einzulassen, was vor einem ist, steigt enorm und natürlich das Erleben und nicht nur "Aufzeichnen".

Ich kann mir gut vorstellen und hoffe es auch, vllt. gibt es das auch schon, dass es in Zukunft z.B. in Metropolen gezielt Internet freie Zonen gibt.
mehl ist offline Mit Zitat antworten
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Dejo (19.10.2019), HollaDieWaldfee (19.10.2019)
Alt 19.10.2019, 07:56
PapaBouba
-US-

Deine Internetfreien Zonen gibt es bereits zu genüge. Nennt man ‘schlechte Netzabdeckung’.

Das aber ist das Problem der Gesellschaft und nicht des Internets. Mein Opa hat mich damals sicherlich gefragt, wieso ich überall die Möglichkeit haben muss Musik zu hören als ich meinen Walkman gekauft habe. Eine Stereoanlage tut es doch auch.

Internet ist Musik, Video-Streaming, Sport, IPTV, IP-Telefonie, Navigation, Leitsysteme, Transportwesen, Lagerwesen, komplette Maschinenparks, ja selbst moderne Autos werden zu mehr als 50% übers Internet vom Headquarter des Herstellers repariert. Skype und Co. Vermeiden unnötige Reisen und schonen somit Ressourcen. Spannende Artikel, lesenswerte Stories - im Grunde könnte man sich jede einzelne gedruckte Zeitung oder Magazin sparen und tausende Tonnen Altpapier jeden Tag vermeiden.

Wenn die Gesellschaft aber das Internet zu dummen und unnötigen Sachen wie Twitter, Facebook oder Instagram nutzt ist es deren Problem. Und speziell derer die es tun.

Kurzer Schwenk:
Selbst die Freitagsschulschwänzer werden sich nicht per Handzettel oder Brieftaube organisieren, sondern per Internet. Was ganz witzig ist, wenn man das hier bedenkt:
Zitat:
Die Digitalbranche erzeugt laut einer Studie des französischen Think-Tanks The Shift Project bereits heute etwa doppelt so hohe CO2-Emissionen wie der gesamte Flugverkehr, knapp vier Prozent des weltweiten Ausstoßes. Tendenz stark steigend. Bei ungebremstem Wachstum ist absehbar, dass 2025 die Acht-Prozent-Marke überschritten werden wird und die Digitalbranche damit mehr Treibhausgase erzeugt als der gesamte weltweite Kfz-Verkehr! Dieser rasante Anstieg der "digitalen CO2-Emissionen" läuft den Zielen des Pariser Klima-Abkommens krass zuwider.
Aber bald haben wir das Klima ja gerettet. Wenn der böse Plastikstrohhalm endlich vom Markt verschwunden ist.
PapaBouba ist offline Mit Zitat antworten
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Abel Xavier Unsinn (19.10.2019), Baumi (19.10.2019), CrookedVulture (19.10.2019), Hoschie (21.10.2019), Javier Mascherano (20.10.2019), Mendesino (23.10.2019), Sevi (19.10.2019), Tschecker (23.10.2019), Weezy (22.10.2019)
Alt 19.10.2019, 08:19   (Bucketheadland)
gurkenmann
Man or Machine?
 
Benutzerbild von gurkenmann

weil man die strohhalme ja wegen des klimas abschafft
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One good thing about music, when it hits, you feel no pain.
gurkenmann ist offline Mit Zitat antworten
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-CM- (19.10.2019), Cyrus (19.10.2019), Dejo (19.10.2019), Markus (19.10.2019), Micha 04 (19.10.2019), Sevi (19.10.2019), Thrasher (19.10.2019), Tschecker (23.10.2019), Unterstrich500 (24.10.2019), Übersteiger (21.10.2019)
Alt 19.10.2019, 08:25
mehl
Certified User
 
Benutzerbild von mehl

Deine Internetfreien Zonen gibt es bereits zu genüge. Nennt man ‘schlechte Netzabdeckung’.

Das aber ist das Problem der Gesellschaft und nicht des Internets. Mein Opa hat mich damals sicherlich gefragt, wieso ich überall die Möglichkeit haben muss Musik zu hören als ich meinen Walkman gekauft habe. Eine Stereoanlage tut es doch auch.

Internet ist Musik, Video-Streaming, Sport, IPTV, IP-Telefonie, Navigation, Leitsysteme, Transportwesen, Lagerwesen, komplette Maschinenparks, ja selbst moderne Autos werden zu mehr als 50% übers Internet vom Headquarter des Herstellers repariert. Skype und Co. Vermeiden unnötige Reisen und schonen somit Ressourcen. Spannende Artikel, lesenswerte Stories - im Grunde könnte man sich jede einzelne gedruckte Zeitung oder Magazin sparen und tausende Tonnen Altpapier jeden Tag vermeiden.
Braucht es diese Dauerbeschallung der Sinne mit ständiger Musik, überall Videozugang usw? Genau das meine ich. Durch diese Möglichkeit der Dauerablenkung geht mMn einfach etwas verloren bei den Menschen. Jeder ist dann ganz schnell bei sich. Man kann sich stets schnell aus Situationen raus nehmen, anstatt sich damit zu beschäftigen. Scheinbar verlernen auch nicht wenige, den Moment vor sich einfach nur zu genießen/erleben.

Was die ständige Erreichbarkeit durch Handys+Internet auch fördert, ist das Menschen sich weniger festlegen. Da braucht es auf einmal 5 doodles, 10 Leute schreiben 5min vor einem Treffen noch, dass sie nun doch nicht können/wollen usw.
mehl ist offline Mit Zitat antworten
Alt 19.10.2019, 09:29   (DA)
Senshi_
Lebbe geht weider
 
Benutzerbild von Senshi_

Puh. Die größte Problematik sehe ich ja in der Internet-/Medienerziehung nicht der Internet-/Medienverfügbarkeit.

Es gab und gibt eine Generation, die in das Internetzeitalter geboren wurde. Es ist sozialpolitisch sträflich missachtet worden was sowohl gesamtgesellschaftlich als auch langfristig für Aufgaben dadurch entstehen.

Allerdings klingt dein Ansatz sehr speziell... Es scheint du hast eine Antipathie und möchtest dass die Gesellschaft sich dieser annimmt.

Das funktioniert so nicht. Erstens lässt sich Fortschritt nicht aufhalten (nur verschlafen,... HALLOOO POLITIKER!!), zweitens gibt es Wesenszüge, die du kritisierst, auch ohne Internet. Du löst damit (Verfügbarkeit des Internets regulieren) nicht das was dich stört, sondern verschiebst es.

Erziehung (mit oder ohne Internet) ist wichtig. Sowohl die Benutzung bzw der soziale Umgang, als auch die Verfügbarkeit der Medien. Das zielt aber nicht nur auf Kinder ab. Auch beruflich. Wenn jemand dem selbst überlassen wird, kann das (mit oder ohne Internet) zu pädagogischen Missständen führen und alltägliche "Standards" verflachen.

Es gibt Länder, da ist digitalism eben Alltag.
Aber so lange ein Land von der CDU regiert wird, die mit einer unsäglichen CSU ganz Deutschland in Geiselhaft nimmt, ist die Vorstellung der digitalen Zukunft dystopisch. Sozialpolitisch (HALLOOO SPD!!) muss auch digitalpolitisch werden.

Wenn die alten weißen Politiker hier zu Lande von "Gamer-Szene beobachten" reden, wenn ein rechtsextremer Anschlag verübt wird, zeigt es jedoch dass unsere Gesellschaft von Leuten regiert wird, die elendig weit weg sind von der Gesellschaft. (und es zeigt, dass wir grundlegendere Probleme haben)

Sobald Digitalisierung nicht mehr nur ein Buzzword für Politiker ist, mit dem sie meinen ein paar Wähler mehr zu bekommen, kann man anderes anpacken.
__________________
"Beauty," said German genius, poet, diplomat and hardcore Eintracht Frankfurt fan Johann Wolfgang von Goethe, "is everywhere a welcome guest."

Geändert von Senshi_ (19.10.2019 um 10:10 Uhr)
Senshi_ ist offline Mit Zitat antworten
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Alt 19.10.2019, 10:17
PapaBouba
-US-

weil man die strohhalme ja wegen des klimas abschafft
Ich geb’s auf...
PapaBouba ist offline Mit Zitat antworten
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Cerb (25.10.2019)
Alt 19.10.2019, 12:28   (Hamburg)
Thrasher
The Search for Animal Chin
 
Benutzerbild von Thrasher

Selbstverständlich organisieren sich Protestbewegungen gegen die herrschenden Verhältnisse mit den Produkten der kapitalistischen Produktionsweise. Das lustig und/oder bemerkenswert zu finden kann ich nicht nachvollziehen. Und man kann auch mit nem Euro 4 Diesel Reisebus zur Klimademo fahren. Und natürlich koordinieren sich antikapitalistische Gruppen über Messenger.

Das sind Menschen, die eine viel weitreichendere Systemkritik üben als irgendwelche Grünkonservativen, die die gleiche Kobaltsklaverei gerne beibehalten wollen, nur mit billigeren Bahntickets, Metalltrinkhalmen und weniger Mirkoplastik im Duschzeug.

Ich wäre ja schön doof mir aus moralischen Gründen taktische Nachteile bei der Verfolgung meiner Ziele auferlegen zu lassen, weil meine Gegner mir da eine Doppelmoral unterstellen und dabei ihre eigene Widersprüchlichkeit ignorieren.
Thrasher ist offline Mit Zitat antworten
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Alt 20.10.2019, 19:18   (Karlsruhe)
Terrier
I'm the monster
 
Benutzerbild von Terrier

So, nun ist es an der Zeit, dass ich auch mal so einen Beitrag schreibe.

Als ich vor mittlerweile zwölf Jahren angefangen habe, Mathematik und Physik auf Lehramt zu studieren, habe ich innerhalb eines Jahres bemerkt, wie viel mehr mir die Mathematik liegt als die Physik und ich habe das Gefühl bekommen, dass das Lehren von Brüchen nicht das Niveau ist, auf dem ich später anderen etwas beibringen wollte. Deshalb habe ich zum normalen Diplomstudiengang gewechselt.

In der Folge war ich zufrieden mit dieser Entscheidung, die Aufnahme in die Studienstiftung nach dem Vordiplom sowie ein Auslandsjahr mit dem DAAD in Vancouver folgten, ein echtes Highlight. Dort gab es dann erste Unsicherheiten, da man in den Mastervorlesungen nur mit den allerbesten saß und ich nicht das Gefühl hatte, dort reinzupassen. Aber ging irgendwie und brachte auch akzeptable Noten mit zurück.

Zurück in Karlsruhe dann das Studium nach fünf Jahren abgeschlossen, Diplomarbeit war in Ordnung, hat aber nicht unheimlich Spaß gemacht, wodurch ich mich eigentlich von der Idee abgewendet hatte, die Promotion anzuschließen. Als mir mein Betreuer jedoch die Stelle anbot, hatte ich das Gefühl, das nicht ablehnen zu sollen/können, man kann es ja mal probieren. Mein Traum war damals auch, mit dem Doktor in der Tasche ein paar Jahre in die Wirtschaft und danach eine reine Lehrstelle an einer Fachhochschule oder ähnlichem zu ergattern.

Für mich stellte sich schnell raus, dass das die falsche Motivation dafür ist, eine Promotion anzufangen. Fehlender Eigenantrieb, fachliche Selbstzweifel und ein Chef, der einerseits sehr selten aktiv etwas einforderte und andererseits Fragen selten mit der Sorgfalt beantwortete, wie es in meinen Augen für mich nötig gewesen wäre, ließen mich in einem Teufelskreis von Verdrängen der Arbeit, Rauszögern der Besuche beim Chef und steigernder Unsicherheit landen.
Und das ist dann eigentlich schon die Kurzbeschreibung der letzten sechseinhalb Jahre. Nach einem Jahr hatte ich mal eine einzelne, mikrige Bewerbung rausgeschickt in der Hoffnung, dass eine Zusage mich daraus befreit. Darauf habe ich nie eine Antwort bekommen und so ließ mich von der ewigen Zuversicht meines Chefs und das gute Zureden meines sozialen Umfelds immer weitermachen, auch wenn ich niemals selbst dran geglaubt habe und kaum an zwei Händen die Momente abzählen kann, an denen ich sehr kurz davor war, alles hinzuschmeißen. Ich will gar nicht wissen, wie oft ich wie ein Schlosshund geheult habe.

Ich habe in dieser Phase meine damalige Beziehung zerstört (einige mögen sich erinnern) und bin ein halbes Jahr später eine neue eingegangen, die jetzt nach viereinhalb Jahren noch Bestand hat. Meine Freundin war unglaublich geduldig, hat sich meine Klagen angehört und akzeptiert, wenn ich Monate später von meiner Seite aus immer noch nichts an meiner Arbeitsmoral gebessert habe. Ich habe mich beileibe nicht überarbeitet, ich saß im Gegenteil oft Tage im Büro ohne etwas zu erreichen und oft auch ohne es zu versuchen, aus Panik davor zu scheitern. Das Ganze hat mich so belastet, dass ich dann aber auch in der tatsächlichen Freizeit keine Freude und Entspannung mehr finden konnte.
Mein Vertrag wurde immer weiter verlängert ohne dass ein Promotionstermin im Raum stand. Einen ersten haben wir dann für Februar 2019 angesetzt, beidseitig ohne große Zuversicht. Ich hatte zwar gewisse Resultate, die ich nach 3 Jahren rausbekommen hatte, aber über die hieß es immer wieder, dass das so noch nicht reicht, noch nicht weit genug weg von bekannten Ergebnissen läge. Aber ich habe in der Folge auch nicht die Fähigkeiten gehabt, dort entsprechend anzusetzen, sodass sich die Quantität an Inhalten.

Der Termin wurde dann auf August verschoben, aber ich sah keine Möglichkeit, wie sich etwas bessern sollte. Daher habe ich dort einen Schlussstrich gezogen und gesagt, dass es entweder irgendwie klappt oder ich dann aufhöre. Auf Ende Oktober habe ich meine Wohnung gekündigt und für Anfang November eine Reise geplant.
Mein Chef hat sich dann tatsächlich erstmals Zeit genommen, selbst an dem Thema mitzuarbeiten, die Jahre davor waren gespickt mit Ausreden und anderen Dingen, die ganz dringend zu erledigen waren. Endlich hat er es in meinen Augen ernst genommen, wir saßen häufiger zusammen und haben einige Dinge erarbeitet, einmal sogar bis zwei Uhr nachts (am Tag drauf habe ich den ersten Kaffee meines Lebens getrunken).
Dennoch war das mit August aussichtslos, es wurde auf Anfang Oktober verschoben. Der Frust und meine subjektive Unfähigkeit haben mich glauben lassen, dass auch das nur ein weiterer unnötiger Versuch war, das ganze rauszuzögern. Als auch dieser Termin nicht reichen sollte, war ich kurz vor einem Zusammenbruch. Neben allem, was sich über die Jahre angestaut hatte, kam jetzt auch noch der Termindruck mit dem Auszug und der Reise, die schon gebucht war, dazu. Nach einem Gespräch mit dem Prodekan der Fakultät, einem unfassbar herzensguten Menschen, was ich mir wünsche schon viel früher festgestellt zu haben, wurde dann noch ein Mal auf den 17. Oktober geschoben.

In vielen Nacht- und Nebelaktionen und ohne Wochenenden in den letzten sechs Monaten habe ich dann vier Wochen vor dem Termin tatsächlich meine Arbeit abgegeben. Noch immer habe ich nicht dran geglaubt, nicht mal, als beide Gutachter positive Bewertungen geschrieben haben. Ich saß die ersten zwei Wochen wie paralysiert vor dem Computer und habe es nicht hinbekommen, einen halbstündigen Vortrag zu meiner Arbeit zu verfassen, da ich das Gefühl hatte, keine Ahnung davon zu haben. Irgendwie funktionierte es in der verbliebenen beiden Wochen mit Müh und Not und ich wusste, dass ich zumindest in der Lage sein werde, zum Termin anzutreten. Zwei Tage davor wurde ich noch krank, als ob mein Körper nicht verstünde, dass es noch nicht vorbei ist.

TL;DR - Am 17. Oktober, einen Tag vor dem 30. Geburtstag meiner Freundin und zwei Tage vor meinem 31. Geburtstag, habe ich mich hingestellt und diesen Vortrag und die Fragen hinter mich gebracht. Nach 6 1/2 beschissenen Jahren habe ich mich entgegen allem, was ich bis vor wenigen Wochen geglaubt habe, tatsächlich doch noch belohnt und meine Promotion bestanden

Das mag jetzt wie die krasseste 'Ich war ja so schlecht'-und-bekommt-dann-doch-ne-Eins-Story klingen, aber ich war ernsthaft für den Großteil dieser Jahre zu 99% davon überzeugt, dass das nichts wird und nur zu schwach, es auch tatsächlich abzubrechen. Ich habe vieles falsch gemacht und muss trotz oder gerade wegen des Ergebnisses sicher irgendwas psychisch aufarbeiten, was mich in diese Lage gebracht hat.

Das Wochende haben wir in der Schweiz die Geburtstage gefeiert, nun sitze ich im Zug zurück nach Karlsruhe und habe bis Samstag Zeit, meinen Auszug vorzubereiten. Ab Ende Oktober werde ich keinen Wohnsitz mehr haben und am 4. November geht der Flieger nach Neuseeland. Dann geht es in 6-12 Monaten über Fiji, Chile, Bolivien, Peru und Equador nach Mittelamerika und weiter an die Westküste der USA und Kanada - zurück nach Vancouver - sowie über Hawaii und Südostasien zurück nach Hause.

Irgendwie hab ich es mir verdammt nochmal verdient.

P.S. Falls jemand Interesse hat, die Reise zu verfolgen, kann derjenige mir gerne schreiben, wir werden das über eine App namens Polarsteps machen, in der die Route nachzuvollziehen ist inklusive Bildern, ich will bloß den Link nicht öffentlich im Internet stehen haben.
Terrier ist gerade online Mit Zitat antworten
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