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Urlaub - Weinfaßtauchen auf Malta! Vollgekotzt und toll. Dieses Thema abonnieren
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Alt 26.07.2017, 06:18   (FRA/BCN)
kilu
 
Benutzerbild von kilu

Ich bin selbst erst im Mai nach Paris CDG geflogen und neben seiner futuristischen Schönheit hat der Airport eben auch durch tolle Beschilderung brilliert.

Ist bei uns auch erst beim Rückflug. Vor ein paar Wochen warens mal schöne 2 Stunden als Layover. Vielleicht habe ich ja noch Glück. Die Flugpläne bei Delta/AF/KLM wechseln ja echt ständig (seit der Buchung im Januar schon 4 geänderte Zeiten inkl. sogar eines ganzen Tages).
kilu ist offline Mit Zitat antworten
Alt 26.07.2017, 08:11   (Basel)
Highsider9
Was ist mit den
 
Benutzerbild von Highsider9

Mir wurde gesagt, CDG sei ganz schlimm was das verlieren von Gepäck anbelangt. Hab die Pauschale Warnung nicht ernstgenommen und bin prompt ohne Koffer in Amerika gelandet.
Highsider9 ist gerade online Mit Zitat antworten
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kilu (26.07.2017)
Alt 26.07.2017, 22:46
stormman89
on Fire
 
Benutzerbild von stormman89

Ich bin ab nächster Woche in Seoul, Osaka, Tokio und Kyoto. Irgendwelche Empfehlungen?
stormman89 ist offline Mit Zitat antworten
Alt 27.07.2017, 08:50   (Hamburg)
Thrasher
The Search for Animal Chin
 
Benutzerbild von Thrasher

Essen!!!
Thrasher ist offline Mit Zitat antworten
Alt 27.07.2017, 10:09   (Karlsruhe)
Terrier
I'm the monster
 
Benutzerbild von Terrier

Wir sind Mitte August eine Woche in der Toskana. Die letzten vier Tage in einem Agriturismo bei San Gimignano, davor suchen wir noch was zwischen Cinqueterre und Lucca/Pisa (bzw. einen Tag bei Cinqueterre und zwei bei Lucca/Pisa). Jemand Empfehlungen, die man kurzfristig noch bekommt? Und Spezialtipps für die Gegend (Ich war schon und hab die üblichen Städte gesehen)?
Terrier ist offline Mit Zitat antworten
Alt 27.07.2017, 11:09   (Nähe Weinheim)
m4x
SofaCoach
 
Benutzerbild von m4x

Wenn ihr auf der Fahrt von San Gimignano Richtung Lucca seid, dann kann ich Casale Maritimo für einen kurzen Abstecher empfehlen. Traumhaftes kleines Örtchen. Beziehungsweise lohnt sich der Umweg. Oder ihr fahrt sowieso mal von San Gimignano in Richtung Küste. Ansonsten kann man sich Cecina ganz gut anschauen, da habe ich die Uferpromenade zumindest als recht einladend in Erinnerung.
__________________
"Je planmäßiger der Mensch vorgeht, um so wirkungsvoller trifft ihn der Zufall."
m4x ist offline Mit Zitat antworten
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gob (27.07.2017), Terrier (27.07.2017)
Alt 27.07.2017, 11:18   (Lindblum)
noir.
zieht total Blank.
 
Benutzerbild von noir.

Ich bin ab nächster Woche in Seoul, Osaka, Tokio und Kyoto. Irgendwelche Empfehlungen?
Ich war 2009 in Kyoto, Osaka und Tokio - weiß also nicht, wie viel von meinem Erlebten jetzt überhaupt noch aktuell ist. Finde da eh schwierig, einzelne Sachen rauszupicken. Insgesamt würde ich dir empfehlen, sich auf die Besonderheiten der Städte einfach voll einzulassen und im Grunde selbst zu erkunden.

Kyoto bietet faszinierende Tempelanlagen und ich mochte hier generell diesen rustikaleren und traditionelleren Charme der Randbezirke. Hier kann man schön durch die Gässchen flanieren und viel Geschichte einatmen.

Tokio erkundest du am besten volle 24 Stunden lang am Stück. Die Stadt ist in jeglicher Hinsicht wahnsinnig. Mein bester "Tag" dort war: Tagsüber Nerdkram shoppen, abends mit einer Gruppe angequatschter Einheimischer zum Karaoke (läuft da etwas anders, mit separaten Gruppenkabinen statt vor ner ganzen Kneipe singen), nachts betrunken rausfallen, in die Bahn steigen und pünktlich zum Hochbetrieb auf dem Tsukiji Fishmarket das frischeste Sushi frühstücken, das du vermutlich kriegen kannst. Und hier kommt dann doch eine Empfehlung: Sushi Dai direkt am Fischmarkt. Früh morgens (so zwischen 5 und 6) schon gut besucht, aber - zumindest damals - nicht so überlaufen wie später am Tag. Das beste Sushi, das ich je gegessen habe!



(Nicht mein Foto)

Und wenn du dich je fragst, was du als nächstes tun solltest, dann halt dich an Thrasher: essen.
__________________
"Everyday's great at your Junes!"
noir. ist offline Mit Zitat antworten
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Ale (27.07.2017), stormman89 (28.07.2017)
Alt 07.08.2017, 19:32   (Ms)
hecht1983
Polster-Udo
 
Benutzerbild von hecht1983

Gibt es Empfehlungen/Erfahrungen für einen Urlaub mit drei kleinen Kindern (4, 2 und 1 Jahr) ?

Ein Erholprogramm mit all in und auch Kinderbespaßung in dem Alter. Möglichst <4Flugstunden plus Sonne/Strand wären super.

Wenn ich so suche, dann geht so Kinderanimation erst ab 4 Jahren los.
hecht1983 ist offline Mit Zitat antworten
Alt 08.08.2017, 11:27   (Mönchengladbach)
Fazanatas
stur lächeln und winken...
 
Benutzerbild von Fazanatas

Macht ja auch irgendwie Sinn...
Fazanatas ist offline Mit Zitat antworten
Alt 24.08.2017, 10:27   (FRA/BCN)
kilu
 
Benutzerbild von kilu

Jemand hier Tipps für Edinburgh und Glasgow?
kilu ist offline Mit Zitat antworten
Alt 24.08.2017, 10:36   (Oha)
Käptn' Peng
Couchpotatoe
 
Benutzerbild von Käptn' Peng

Edinburgh Castle! Am besten mit Audio Guide. Da geht dann mal gut ein halber Tag drauf
Käptn' Peng ist offline Mit Zitat antworten
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kilu (24.08.2017)
Alt 24.08.2017, 18:58   (Wo die Elbe einen großen Bogen macht)
Abel Xavier Unsinn
...haut gerne mal einen raus!
 
Benutzerbild von Abel Xavier Unsinn

Abt.: Schöne Orte im Nirgendwo









Hohe Tatra und slowakisches Paradies




Als durchaus hitzeempfindlicher Urlauber fahre ich ja gerne dorthin in den Urlaub, wo man nicht gleich zur Siestazeit entweder ebenjene abhalten muss oder vor Senge verkümmert. Und so ging's diesmal in die Berge. Genauer gesagt in das 'kleinste Hochgebirge' der Welt', die schnuckelige Hohe Tatra, die sich über gerade mal 30km Breite zwischen Polen und der Slowakei aus dem Boden gewuchtet hat.

Hingetourt sind meine Freundin und ich mit dem Auto mit zweinächtigem Zwischenstopp in Prag. Von dort hat's dann über sehr ordentliche Autobahnen und Landstraßen ca. acht Stunden gedauert bis wir unsere Herberge in einem Kaff am Fuß der Hohen Tatra erreichten.

Nach sechs Tagen da sind wir noch für vier Tage ins 'slovenska raj' - das 'Slowakische Paradies' - umgezogen, eine wunderbare Wald-/Karst-/Hügellandschaft mit wenigen, sehr kurvigen Straßen, vielen Wanderwegen und netten, dabei - so nicht Tourist - xenophoben Pensionsvermietern.

Zurück ging's kurzentschlossen per Autonachtzug von Poprad nach Prag, was nur 40 Euro teurer war als die Benzinkosten. Wäre ich in der Lage, in einem Nachtzug gut zu schlafen, wäre das eine Top-Idee gewesen.



I. Prag




Zu Prag gibt's bestimmt ausführliche Beiträge hier. Tolle Stadt zum einfach Rumlaufen und Einkehren. Wir haben unfassbar zentral - quasi auf der Karlova - in der Altstadt gewohnt, was dementsprechend etwas teuer war. Parken ist da ein echtes Abenteuer, denn freie Parkplätze in der Altstadt gibt es nur eine Handvoll.
Voll ist natürlich das Stichwort, für den einen Tag haben die ca. zwei Milliarden Touris aber nicht gestört.




II. Tatra

Berge im Sommer. Taugt mir sehr. Im Winter ist's viel zu kalt und man muss da immer auf ebenso unhandlichen wie menschenfeindlichen Brettern rumrutschen. Wenn der weiße Dreck da weg ist, kann man die Berge aber richtig genießen. Tolle Luft, weite Sicht und Höhlen und Wanderungen.
Wobei der Slowake sich nicht lumpen lässt, was die Anforderungen für Amateure angeht. Wo er und seine Kinder gemsenhaft über die sehr sehr steinigen Wege hüpfen, mussten wir erstmal drauf klar kommen auf jeden Schritt achten zu müssen, um nicht umzuknicken. Wie da irgendwer ohne Wanderstiefel ohne high ankle sprain durchkommt, ist mir ein Rätsel.
Wie dem auch sei:
Tropfstein- und Eishöhle (Dobsina) sind spektakulär, wenn man sowas noch
nicht gesehen hat. Die Wanderungen wie gesagt anstrengend, aber total spannend, weil man viel kraxeln muss .

Logistisch ist das sehr simpel. In 20-30 Minuten waren wir mit dem Auto auf so 1200m gefahren, wo sich die 5-6 Orte befinden, von denen man loswandern oder Lifte auf höhere Lagen nutzen kann. Da ist man dann je nachdem auf so Höhen um die 2000m. Sollte man nicht mit dem Auto unterwegs sein, kann man mit einer recht häufig fahrenden Schmalspurbahn zwischen den einzelnen Dörfern hin- und herzuckeln.




















(Keine Berge, aber hübsche Bögen)




III. Raj

Das Paradies ist nicht mal 100 km südlich der Tatra gelegen und eignet sich _noch_ besser zum Wandern. Hier hat's im Gegensatz zu den Bergen auch mal Wege von denen man den Blick abwenden kann, fantastische Wälder, tolle Klamms (Klammen? Klämmer? ...?), in welchen man dann auf etwas waghalsigen Leitern und Metalltritten spazieren kann.
Überhaupt ist das eine ziemlich perfekte Gegend zum Wandern für Leute, die das eigentlich doof finden. Weil es eben bei der ganzen Kraxelei nie langweilig wird.



(Auf sowas...)





(...und sowas läuft man da beizeiten mal rum)










IV. Daten und Fakten

Der Slowake ist ja auch sauber durchkapitalismusiert worden seit 1989. Die ganzen Lidl, Kauflands und Billas in den größeren Orten haben sieben Tage die Woche auf, die ganzen Orte in der Tatra selbst sehen aus, wie vermutlich auch so Orte am Fuße der Alpen aussehen und die Lifte, um auf den Berg zu kommen, sind teuer. Und die Parkplätze auch.
Dafür ist das Wohnen saubillig und Essen gehen preiswert: Unsere auf kanadische Ranch gemachte Unterkunft in einem schönen Zimmer mit Bad und Gemeinschaftsküche und -raum hat für 6 Nächte für zwei Personen gerade mal 160 Euro gekostet; für ein leckeres Essen zahlt man im Lokal zwischen 6-10 Geld und ein großes, leckeres Bier für 1,50 ist schon über dem Durchschnitt.
Die Tatra ist durchaus voll mit Touristen (Slowaken, Polen, Ungarn und ein paar verirrte Ostdeutsche), aber das verläuft sich ganz gut. Mehr Ruhe hat man dann aber schon im Raj.
Die Wanderwege sind völligst idiotensicher gekennzeichnet, selbst wenn mal kein Weg zu sehen ist, verschwinden die Wegweiser nie aus dem Blickfeld. Nur bei den Zeitangaben in den Bergen haben die sich an einheimischen Bergziegen orientiert. Unsere angebliche 5h-Wanderung hat letztendlich 7,5h gedauert.



V. Fazit:

Ein wirklich toller Sommerurlaubsort, diese Gegend da. Wer sich ordentlich die Beine vertreten oder seine fußfaulen Blagen fit kriegen will, ist hier richtig aufgehoben.
__________________
Someone told me to follow my dreams - so I'm going back to bed

http://www.twitch.tv/axu_stream/
Abel Xavier Unsinn ist gerade online Mit Zitat antworten
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Alt 03.09.2017, 17:18   (Kotti)
Armiin14
Aaron Hunt: 3,6 Mios
 
Benutzerbild von Armiin14

Manchmal gibt es ja so Tage an denen alles zusammen kommt, Dienstag war z.B. einer.

Ich habe zum Ende der Ferien mich noch einmal präventiv belohnt und ein paar Tage mit einem Kumpel in Palermo verbracht, sehr schöne Stadt. Das Highlight war aber definitiv unser Rückreisetag. Nach vier kurzen Stunden Schlaf bin ich kurz vorm klingeln des Weckers aufgewacht. Für Neun war der Check-out unseres Apartments geplant und der Tag begann uns vorsichtig auf das vorzubereiten was als uns als Menü serviert werden würde.
Man teilte uns mit, dass das Kartenlesegerät gerade nicht funktioniere – ob wir die Rechnung bar begleichen könnten!? Wir wiederum gingen davon aus schon gezahlt zu haben. Dem war offensichtlich nicht so, weswegen ich noch einen kleinen Spaziergang zum ATM machen durfte. Nachdem dieses Problem gelöst war bot man uns an, um die City-Maut zu umgehen, uns durch die Gässchen der Altstadt zu dirigieren. Auf diese Weise würde man das Kamerakontrollsystem umgehen und Geld sparen. Etwa eine Viertel Stunde später hatten wir die Altstadt verlassen und ich war bereits komplett durchgeschwitzt. Monoton folgten wir nun den Ansagen des Navi und kamen überpünktlich am Flughafen an. Natürlich hatten wir vergessen zu tanken, obwohl es mindestens zweimal Thema gewesen war, egal. Also nochmal tanken fahren. Das zeitlich Polster war üppig genug und letztendlich kamen wir noch gut in der Zeit beim Check-In an. Unsere Reiseroute sollte uns über Rom nach Berlin-Tegel bringen, wo wir geplant um 16.20 mit AirBerlin landen sollten.

Die Schlange des Check-In bewegte sich für etwa 25 Minuten gar nicht. Der Blick auf die Uhr ließ die Nervosität in uns wachsen und schließlich mein Glück am Priority-schalter versuchen – und siehe da: es klappte.
Der Boardingbereich war schon mit der obligatorischen Riesenschlange vor unserem Gate gekennzeichnet, aus der Unmengen von Strandtaschen, Kinderkoffern und andere Handgepäckstücken herausquollen. Als absolut lässige Menschen, die wir sind, hatten wir für diesen Schlangenwahnsinn natürlich nur einen müden und mitleidigen Blick übrig. Wir setzten uns erst einmal. Mit als letzte betraten wir schließlich den Flieger von AlItalia. Der Bereich unmittelbar hinterm Cockpit war vollgestellt mit Gepäckstücken und nach ein paar Schritten in die Kabine war auch klar warum, die Handgepäckfächer waren komplett aufgefüllt und zwangen mich meinen Koffer für den Flug auf einem Mittelplatz sitzend zwischen die Beine zu nehmen. In diesem Moment sprang mir meine Müdigkeit helfend zur Seite, anstatt mich über all jene aufzuregen die zu viele oder zu große - oder zu viele zu große - Gepäckstücke dabei hatten, verführte sie mich mit sanfter Eindringlichkeit die Welt des Zorns hinter mir zu lassen und die des Schlafs zu betreten. Die Argumente waren gut, aber aufgrund der beschriebenen Rahmenbedingungen meines Schlafortes sollte man er von einem zerrütteten Dösen sprechen, das ich nach Hälfte des Fluges aufgab. Kurzzeitig versuchte ich etwas zu lesen, merkte aber wie wenig Spaß ich daran hatte und begann daher ein Gespräch mit meiner Sitznachbarin. Bis zur Landung in Rom erfuhr ich, dass sie Film in Mailand studiert die nächsten Tage aber selbstverständlich in Venedig verbringen würde. Das beste an der Sache war aber, dass ich vom ersten Wort an das ich sprach den Eindruck hatte als hätte sie die ganze Zeit darauf gewartet. Nun gut wir tauschten die obligatorischen FB Informationen aus und ich versprach ihr sie in Mailand zu besuchen.
Bereits mit Verspätung in Palermo los geflogen hatten wir in der Luft noch einmal etwas drauf gesattelt. Die ursprünglich geplanten 50 Minuten Aufenthalt schrumpften dramatisch zusammen. Wir hasteten also zu dem Gate von dem AirBerlin abheben sollte nur um es 15 Min vor Abflugtermin verwaist und verlassen vorzufinden. Am Serviceschalter erklärte man uns das der nächste Flug um kurz nach 20.00 Uhr ginge - ein sehr nützlicher Zeitpuffer, da mein Kumpel seinen Gepäckbeleg im letzten Flieger gelassen hatte und die Wiederbeschaffung seiner Tasche sich nun geringfügig komplizierter gestaltete. Letztlich war das aber sehr entspannt.
Die nächsten Stunden verbrachten wir auf recht angenehmen Schlafliegen in unmittelbarer nähe einer Raucherzelle für sechs Personen und machten Internet. Ich verband mich mit meiner neuen Bekanntschaft auf FB und stellte nach Monaten mal wieder ein Bild auf meinen Instagram account, das mein Kumpel von mir geschossen hatte. Im zwanzigminuten-Takt gingen die likes ein und verschafften meinem Seelenleben den Firnis den es für die nächsten Stunden des Vandalismus brauchte, um die Spuren einfach abkärchern zu können. Als das Boarding begann amüsierte ich mich – aus schaden scheinbar nicht klug werdend – erneut über die Mitreisenden die nicht schnell genug Teil der Riesenschlange werden konnten. Von meinem Platz aus konnte ich den Monitor des Gates gut sehen und las einige Mal einen Text bevor sein Inhalt in meinem Kopf relevant wurde. Man wurde darüber aufgeklärt, dass man Anspruch auf Ersatz und Entschädigung habe, so man keinen Platz mehr an Bord bekäme. Da ich am nächsten Tag in der Schule erwartet wurde und die jüngsten Ereignisse mich doch sensibilisiert hatten beschloss auch ich auch ins Maul der Boa zu springen und Teil von ihr zu werden. Von meinem Kumpel kassierte ich natürlich nur ein höhnisch verächtliches Grinsen als ich meinen Sinneswandel erklärte. Im Flieger schließlich, erwies sich diese Taktik zumindest für die Handgepäcksituation als kluger Schachzug, denn mein Koffer passte diesmal gerade so noch hinein.
Als wir schließlich abhoben merkte ich wieder wie der Stress nachließ und die Müdigkeit zurückkehrte an Schlafen war aber nicht zu denken. Ich dachte an die siebte Folge Game of Thrones die zu Hause auf mich wartete und rechnete im Kopf schonmal durch wann ich etwa da seine würde und wie viel Schlaf ich in der Nacht noch kriegen würde, wenn ich sie schaute. Nach einer guten Stunde fragte mich mein Kumpel, ob ich überblicken würde wie lange es noch dauert. Ich antwortete ihm, dass wir in 20-30 Minuten landen müssten, daraus schlussfolgerte er laut denkend, dass wir dann wohl in etwa über Jena sein müssten. Etwas irritiert über seine Diagnose wollte ich gerade Erfurt ins Spiel bringen, als sich auch der Pilot einmischte.
Der Pilot sagte, es täte ihm sehr leid, aber hätte schlechte Neuigkeiten. Aufgrund einer Bombensituation in Tegel sei der Flughafen leider bis auf weiteres geschlossen und die Flüge würden umgeleitet nach Schönefeld. Leider sei nun auch Schönefeld inzwischen so voll, dass keinen Außerplanmäßigen Landungen möglichen wären, weswegen wir umgeleitet würden nach Leipzig.
Gott sei Dank hatte der Flughafen Leipzig nicht mit einem so plötzlichem Landen von Fliegern gerechnet und hatte nur zwei fahrbare Treppen im Einsatz. So konnte man die Zeit auf dem Rollfeld schon einmal nutzen um sich Gedanken um die weitere Heimreise zu mach. Als es schließlich losging stand unser Plan, während mein Kumpel sein Gepäck auflesen würde – das er wacker und schicksalsverachtend erneut aufgegeben hatte – würde ich zu den Mietwagenständen vorrennen und uns irgendetwas klarmachen. Da sein Akku tot war verabredeten wir uns klassisch, uns in jedem Fall vor besagten Ständen finden. Während mich der Sixt-Mensch nicht mal anschaute als er mir sagte, dass ohne Reservierung gar nichts ginge, beschloss ich, dass meine zweite Chance vielleicht auch schon meine letzte sein könnte, denn langsam kamen auch schon die Schwachen und Alten zu den Mietwagenanbietern und bald würde das Mietwagenparkhaus wie ein Bienenstock zu aufgeregtem Leben erwachen bevor der Schwarm auszog und nichts zurück ließ. Ich trat also an den Counter von Avis. Ich hatte Glück ein Frau in den mittleren Vierzigern saß auf der anderen Seite. Mit meiner Palermobräune, gezogenem Hut, einem Lächeln im Gesicht und den Spuren meiner bewegten jüngeren Vergangenheit in selbigen trat ich heran und erklärte ihr ich bräuchte dringend ein Auto, um umgehend zu meinem finalen Reiseziel Berlin zu gelangen. Sie zögerte, wirkte etwas überrascht, aber bot mir schließlich ein Auto an, dem ich zustimmte. Dann bot sie mir noch zwei weitere an, was mich irritierte. Wir einigten uns schließlich auf den ersten Wagen. Während dieses überraschend langen Vorgangs hatte sich hinter mir bereits die erwartete Schlange gebildet. Die Gesprächsbereitschaft auf allen Seiten war trotz allgemeiner Müdigkeit groß und so erfuhr man, dass es eine Weltkriegsbombe sei, die bereits am Tag zuvor in Spandau gefunden wurde, jetzt aber unscharf gemacht werden solle. Bei der Gelegenheit wurden auch gleich die Mietkosten minimiert in dem die freien Plätze unter einer kleine Reisegemeinschaft aufgeteilt wurden. Etwa eine halbe Stunde nach verlassen der Maschine standen wir am vereinbarten Treffpunkt. Nur mein Kumpel nicht!
Natürlich war ich meinen Mitreisenden gegenüber von Anfang an fair und hatte sie noch vor Dealabschluss über die eine Variable in Kenntnis gesetzt. Ich nutzte die kurze Verschnaufpause zu einer unentspannten Zigarette und einem noch unentspannteren Toilettengang immer mit der Geisteshaltung meinem Kumpel unter Garantie genau in diesem Augenblick zu verpassen. Als meine Crew sich eine Runde Bier gegönnt hatte, dieses sich dem Ende neigte, Fragen aufkamen und neue Informationen von Reisegenossen zunehmend wilde Spekulationen befeuerten ließ ich schließlich meinen Kumpel ausrufen. Während ich da stand, der Ansage zuhörte und wartete dachte ich darüber nach wie wahrscheinlich es wohl ist, dass man zufällig auf eine Ansage achtet und seinen Namen hört. Wie oft ich eigentlich schon ausgerufen wurde und wie hoch wohl die Dunkelziffer ist. Entgegen aller Wahrscheinlichkeit hörte ich nach gut fünf Minuten etwa meinen Kumpel auf der anderen Seite der Milchglassicherheitsscheibe meinen Namen Brüllen. Wie sich herausstellte wartete unser gesamter AirBerlin Flug aus Rom noch auf das aufgegebene Gepäck, während auf allen Bändern Gepäck lief, ohne das jedoch angezeigt würde von welchen Flügen dieses sei.

Es war schließlich 00.20 Uhr am Mittwoch, als sich die Wegen meines Kumpels und mir trennten. Er wollte sein Gepäck nicht zurück lassen und ich hatte drei Leute um mich die mit der Zeit unruhig wurden, plus wurde ich in achteinhalb Stunden bei der Arbeit erwartet. Gott sei Dank hatte er sich in dem Moloch der Gepäckrückgabehalle eine Ladekabel organisieren können und Kontakt zu Bekannten in der Stadt aufgenommen.
Seinen freie Platz bot ich nun in der gefühlten Pose eines Brokers auf dem Parkett der Börse im zentralen Wartebereich laut an. Die Reaktion war überraschend verhalten, einige bemängelten halblaut die geringe Kapazität. Ich wiederholte mein Angebot daher auf Englisch und der einzige Mensch aus dieser Menge an gestrandeten, abgekämpften und müden Reisenden der sich für mein Angebot interessierte, war wahrscheinlich der Mensch dem man das am aller wenigsten ansah. Sie war jung, hübsch und absolut entspannt. Wie sich herausstellte waren ihre Voraussetzungen aber auch ideal, da sie gerade einen Homeoffice Tag in einem Spa in Göteborg verbracht hatte.
So wanderten wir also alle zusammen zum Auto.

Mietwagen, fremde Menschen im Auto, Nacht, ein Riesen Becher Kaffee.

Bereits nach dem Verlassen des Parkhauses war mein Hemd zum zweiten Mal binnen dieses Tages komplett durchgeschwitzt. Die Annahme, dass meine Mitreisenden davon in der Dunkelheit nichts mitbekämen beruhigte mich leicht, als ein einzelner Tropfen an meinem rechten Ohr begann zu perlen. Auf der Autobahn hatte ich schließlich die Muße mich der Klimaanlage zu widmen.
Widmen wir uns kurze meinen Fahrgästen. Die junge Engländerin wurde bereits erwähnt und ist wie die anderen Mitreisenden auch wohnhaft in bzw. um Berlin. Sie teilte sich die Rückbank mit einem chinisisch-deutschen Ehepaar, das seit 28 Jahren in / bei Berlin wohnt und gerade vom Besuch in der Heimat zurückkehrte. Gleiches galt auch für den vierten im Bunde, einen älteren Signore aus Rom, dessen Geschäft es ist in Deutschland Pflegeheime zu kaufen – soweit hätte er 52!
Die Fahrt war problemlos. Wegen der fortgeschrittenen Zeit ließ ich mich von den Chinesen bequatschen sie nicht Potsdam Hbhf abzusetzen, sondern sie nach hause zu fahren. → 'Facepalm'
Sie wohnten bei Potsdammmm … Danach habe ich alle bis vor ihre Haustür gefahren, weil alles andere inkonsequent gewesen wäre und schließlich fiel ich um 04.10 Uhr ins Bett. An Schlaf war für weitere zwei Stunden nicht zu denken und von der Aussicht auf einen regulären Arbeitstag hatte ich mich sowieso schon verabschiedet.

Kleiner Nachtrag:
Das Gepäck in Leipzig wurde niemals entladen, später in der gleichen Nacht ist die Maschine samt Gepäck doch noch nach Tegel geflogen, bloß ohne Passagiere. Mein Kumpel ist am nächsten Tag mit dem Zug nach Berlin gefahren und durfte sich seine Tasche in Tegel abholen.
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"Da muß nen Huf kommen... und wenn der Ball über`n Zaun fliegt"
Armiin14 ist offline Mit Zitat antworten
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Alt 04.09.2017, 15:28   (Berlin)
Splashi
Wir sind die Sintflut.
 
Benutzerbild von Splashi

Können wir die Rückfahrt verfilmen, während man parallel dazu die Entwicklung hin zur Insolvenz von AirBerlin montiert? So wie bei "Es werde Stadt"! Dann fliegen wir auch gemeinsam nach Cannes, oder fahren, je nachdem.
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Wenn Du willst, ist es kein Traum.
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Abel Xavier Unsinn (04.09.2017), Armiin14 (05.09.2017)
Alt 04.09.2017, 15:59   (Dorsten)
kaestchen
holistic claims manager
 
Benutzerbild von kaestchen

Wird es ein Roadmovie oder eine Lovestory? Oder eher so eine Falling Down Geschichte? Ist das Gepäck ein McGuffin?
kaestchen ist offline Mit Zitat antworten

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