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Für die Goldohren unter uns - der Hifi-Thread Dieses Thema abonnieren
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#1
Alt 14.05.2016, 15:09
Eddie
ehemals Waterblade
Für die Goldohren unter uns - der Hifi-Thread

Für alle Gold- und Holzohren, für alle, deren Augen beim Anblick von glühenden Röhren am Verstärker funkeln, für alle, die den Unterschied zwischen FLAC und 320 kb/s MP3s und zwischen Kabeln wirklich () hören - die Spielwiese ist ausgebreitet, the stage is yours.

Oder erst mal meine.
Gestern habe ich mir die Audeze Sine geschnappt und 2 1/2 Stunden probegehört. Es handelte sich um die Version ohne Cypher-Kabel, da ich kein iPhone habe. Der Zuspieler war mein OnePlus One und zwar ohne DAC oder KHV dazwischen.

Der Sine ist wirklich ein toller Kopfhörer. Optisch sehr ansprechend, hochwertig verarbeitet und bequem für einen On-Ear. Die Pads sind weich und die Muscheln größer als bei vielen anderen On-Ears. Die über zwei Stunden waren kein Problem in der Hinsicht. Er sitzt relativ fest auf dem Kopf, also etwas headbangen ist durchaus drin. Und magnetostatentypisch trat kein Jucken meines linken Gehörgangs auf.

Zum wichtigsten, zum Sound. Referenz in der Hinsicht ist mein LCD-2.2 ist, aber auch der tonal ähnliche Fischer-Amps FA3E.
Von der ersten Sekunde an hört man ihm die Zugehörigkeit zu Audeze an, er hat etwas von diesem besonderes Haussound. Mein erster Eindruck war, dass er etwas wärmer als der LCD-2 ist. Das liegt am Bassbereich, der im Midbass etwas angehoben ist. Wo ein LCD-2 trockener ist, klingt der Sine etwas voluminöser. Der Sine ist jedoch nicht annähernd eine Basschleuder. Die Bassqualität ist wirklich exzellent. Sehr differenziert, super Slam und Punch, dieser typische saubere Magnetostaten Bass eben. Und auch sauschnell. Konnte nicht glauben, dass das aus diesen vergleichsweise kleinen Membranen kam. On-Ear Dynamiker (selbst die guten) klingen wie Spielzeug dagegen. Deafheaven (New Bermuda) und Horrendous (Anareta) waren dafür mein Testmaterial. Metal kann der Sine famos.
Der Sine hat jedoch auch mehr Energie im Hochton als der LCD-2. Die oberen Mitten sind wie beim LCD-2 leicht abfallend, aber bei ca. 10Khz geht's wieder aufwärts. Im Prinzip sieht das beim LCD-2 auch so aus, aber der Sine hat mehr Glanz und Frische, Hi-Hats spielen mehr im Vordergrund.
Die Mitten sind linear und natürlich, aber nicht ganz so schon voll und cremig () wie beim LCD-2. Ich glaube, das hängt mit dem Hochton zusammen. Die Stimme von Win Butler von Arcade Fire klang nicht so voll und intim wie beim LCD-2, sondern etwas heller und einige mal klang ein s (bspw. "skin" in Neighborhood #1 (Tunnels)) sogar leicht scharf. Damit möchte ich keinesfalls sagen, dass der Sine diesbezüglich kritisch ist. Denn gerade höre ich mit dem LCD-2 Rebellion (Lies) vom gleichen Album und die "s" sind tatsächlich schärfer aufgenommen als bei den meisten anderen Alben. Und jetzt fällts mir sogar auch beim Album Neon Bible auf.
Tonal fand ich den Sine sehr gelungen. Insgesamt ein natürlicher Sound den man schnell adaptiert hat, aber mit mehr Drive als der LCD-2. Ich wollte ihn nicht abnehmen, da er wirklich Laune macht, aber ich musste dann los.

Technisch ist der Sine über jeden Zweifel erhaben. Wie ich schon, die Bassqualität ist fantastisch, die Auflösung auf sehr, sehr hohem Niveau. Die Bühne ist etwas intimer, mit hervorragender Instrumentenseperation.
Und tendenziell ist da noch Luft nach oben, schließlich war der Output mein Handy, ohne DAC/KHV. Ich werde ihn definitiv noch weiter testen, das nächste mal mit meinem DragonFly und an FiiOs.
Insgesamt klingt er einfach sehr stimmig, musikalisch und insbesondere "erwachsen" und vollwertig.

Wenn ich ihm was ankreiden kann: Ich konnte es aufgrund der ruhigen Umgebung nicht wirklich testen, aber ich glaube die Isolation ist durchschnittlich.
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gurkenmann (16.05.2016), Laas (16.05.2016), skraggy (16.05.2016), W. Lorant (14.05.2016), Weezy (14.05.2016)
#2
Alt 16.05.2016, 11:13
skraggy
#5 4 #12
 
Benutzerbild von skraggy

Sofa-Fi.org, fuck yeah!

Die Sine sind schon verdammt interessant, auch wenn ich unterwegs eher günstige (weil ich die eh immer verliere oder kaputt mache) In Ears bevorzuge. Logischer nächster Schritt wäre dann eigentlich eine Bluetooth Variante, da würde ich wohl schwach werden.

Nächste Projekte allerdings erst mal neuer Plattenspieler, mehr Schiit, Tannoy Speaker. Dürfte so 5-10 Jahre dauern...
__________________
The only difference between Senor Chang and Stalin is that I know who Senor Chang is.
skraggy ist offline Mit Zitat antworten
#3
Alt 16.05.2016, 12:03   (Hauptstadtlage)
W. Lorant
SofaCoach
 
Benutzerbild von W. Lorant

Irgendwie stimmt es mich traurig zu hören, wie groß z.B. der Unterschied zu nem T51p ist. Den fand ich beim probehörend schon ziemlich gut, aber du attestierst dem Sine ja schon locker eine Klasse besser aufzuspielen. Ich denke, ich werde diese Woche mal bei Hifi-im-Hinterhof reinschauen und probe hören.
W. Lorant ist offline Mit Zitat antworten
#4
Alt 16.05.2016, 12:31
Eddie
ehemals Waterblade

Also ich habe diesbezüglich schon etwas im Hifi-Forum geschrieben. Den T51p lässt er wirklich locker hinter sich.

Zitat:
Ich behaupte, dass der Sine mit einigem Abstand der beste On-Ear ist. Zumindest kenn ich keinen On-Ear mit auch nur annähernd der Performance des Sine (kenne T50p, T51p, DT1350, Momentum On Ear, Urbanite, HD25-II), auch keinen portablen Over-Ear (M100, M50, MDR 1R, L1, MDR Z1000, Signature Pro). Der Aufpreis von ca. 250€ (teils mehr, teils weniger) schlägt sich klanglich deutlich nieder. Der Sine ist näher an einem Full-Size Magnetostaten wie dem LCD-2 oder dem tollen HE-500 als den genannten üblichen Unterwegs-Kandidaten. Ob einem der Aufpreis Wert ist - muss jeder für sich beurteilen. Aber Vorsicht: Ich stehe auch eben deutlich stärker auf Magnetostaten als auf Dynamiker.

Der Sine ist trotz On-Ear Design kein Kompromiss, sondern ein ernstzunehmender, vollwertig klingender und sehr musikalischer Kopfhörer.
Nächste Projekte allerdings erst mal neuer Plattenspieler, mehr Schiit, Tannoy Speaker. Dürfte so 5-10 Jahre dauern...
Habe auch so eine imaginäre Liste an Projekten. Wenn mein Fischer Amps FA3E wiederkommt besorge ich mir einen richtig schönen mobilen DAP (Fiio X3 oder X5, iBasso DX 80,... - mal schauen), danach dürfte der Sine dran sein. Und irgendwann auch ein schöner Full-Size KHV.
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W. Lorant (16.05.2016)
#5
Alt 16.05.2016, 13:39   (Mönchengladbach)
Fazanatas
stur lächeln und winken...
 
Benutzerbild von Fazanatas

Oh ein HiFi Thread.
Bin bekennender Lautsprecher-Selbstbauer.
Hier mein aktuelles Projekt aus 20mm Kunststein und im Hintergrund die kleine geile Schwester…
Fazanatas ist offline Mit Zitat antworten
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chinchin (16.05.2016), Cimbom93 (16.05.2016), das f (16.05.2016), Eddie (16.05.2016), gurkenmann (16.05.2016), Lars214 (18.05.2016), Markus (16.05.2016), schnubbi (17.05.2016), skraggy (16.05.2016), Unterstrich500 (16.05.2016), Weezy (18.05.2016)
#6
Alt 16.05.2016, 14:34
Eddie
ehemals Waterblade



Wow, bewundere solche Fertigkeiten sehr. Mit meinen zwei linken Händen unmöglich. Der Hammer, sehr schöne LS.
Eddie ist offline Mit Zitat antworten
#7
Alt 16.05.2016, 22:14
skraggy
#5 4 #12
 
Benutzerbild von skraggy

Das ist ja mal geil. Sind das komplette Eigenbauten oder DIY Kits?
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skraggy ist offline Mit Zitat antworten
#8
Alt 17.05.2016, 09:43   (Mönchengladbach)
Fazanatas
stur lächeln und winken...
 
Benutzerbild von Fazanatas

Das sind beides fertig entwickelte Bausätze. Wenn man soetwas ernsthaft selber machen möchte, muss man auch in die entsprechende Messtechnik investieren.
Der neue Bausatz ist dieser hier. Das ist für den Preis schon ein sehr sehr guter Lautsprecher mit überragender Räumlichkeit. Die Gehäuse wiegen allein schon ca. 50kg/Stück, völlig resonanzfrei. Mehr geht nicht im Gehäusebau. Ging aber auch nur, weil in in einer Firma arbeite, die dieses Material herstellt. Ansonsten wären die Gehäuse unbezahlbar.
Der hintere ist nicht ganz so linear Highend, aber eine astreine Rockmusik-Box, mit abartigem Kickbass. Da hat mich in erster Linie der Bau des Gehäuses interessiert.
Ich muss aber auch fairerweise sagen, dass ich Tischlermeister bin und das ganze eine Zeit lang professionell gemacht habe.

Geändert von Fazanatas (17.05.2016 um 10:12 Uhr)
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Laas (17.05.2016), skraggy (21.05.2016)
#9
Alt 21.05.2016, 11:49
skraggy
#5 4 #12
 
Benutzerbild von skraggy

Side Note: Letztens mal aus Langeweile (und weil kein Slam da war) eine Hifi Zeitschrift am Kiosk mitgenommen. Das ist schon ziemlich Banane was einem da verzapft wird. Quintessenz: Wer halbwegs anständige Qualität will, muss schon mit einem fünfstelligen Betrag rechnen. Pro Komponente (gut, Boxenkabel kann man auch mal die Budget Variante für 5000 nehmen). Ich frage mich da auch immer, ob die mit dem Zeug wirklich Musik hören oder nur ausmessen. Auf jeden Fall glaube ich aber eine Korrelation zwischen Endnote, Preis und Grösse der Anzeigen zu erkennen.
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skraggy ist offline Mit Zitat antworten
#10
Alt 25.05.2016, 19:54
skraggy
#5 4 #12
 
Benutzerbild von skraggy

Die Gehäuse wiegen allein schon ca. 50kg/Stück, völlig resonanzfrei.
Eins würde mich hier noch interessieren: Ist komplette Resonanzfreiheit denn bei einem LS Gehäuse wirklich wünschenswert? Mag eine blöde Frage sein, aber ich habe echt keine Ahnung...
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skraggy ist offline Mit Zitat antworten
#11
Alt 26.05.2016, 10:13   (Mönchengladbach)
Fazanatas
stur lächeln und winken...
 
Benutzerbild von Fazanatas

Ok, völlig Resonanzfrei ist natürlich technisch gesehen Quatsch, sondern eher maximal unterdrückte Resonanzen. Ein Lautsprechergehäuse soll, anders wie ein Z.B. ein Streichinstrument keine Eigenresonanzen haben.
Hier wird es ganz gut erklärt.

Zitat:
Warum ist es eigentlich so wichtig, dass die Boxenwände möglichst wenig mitschwingen? Bei der Entwicklung eines Lautsprecherchassis wird ein grosser Aufwand betrieben, damit die Membran kontrolliert und möglichst schnell ein- und ausschwingen kann. Nur so können kurze Impulse naturgetreu wiedergegeben werden. Wenn die Gehäusewände mitschwingen, strahlen sie ebenfalls Schall ab und zwar hauptsächlich bei bestimmten Resonanzfrequenzen, die vom Material und Grösse der Wände abhängen. Wie die Erfahrung zeigt (und durch die Messungen bestätigt wurde), können die Ein- und Ausschwingzeiten der Boxenwände bedeutend länger sein als bei der Membran. Dieser Störschall verschlechtert das Klangbild eines guten Chassis erheblich. Aus diesem Grund lohnt sich besonders bei hochwertigen Lautsprecherkombinationen ein Mindestaufwand, um ein möglichst resonanzarmes Gehäuse zu bauen. Mit dem richtigen Know How lässt sich dieses Ziel ziemlich leicht erreichen.
Fazanatas ist offline Mit Zitat antworten
Ein User sagt Danke:
skraggy (26.05.2016)
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