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Alt 26.12.2017, 15:10
storch
Kaiser
 
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Bear hat mit Westworld angefangen, nachdem ich es die drei Tage davor durchgeschaut habe.

Und ich bin nicht so begeistert wie die meisten hier im Forum. Nach Mr. Robot also der zweite Hype der bei mir nicht so greift, wobei ich Westwold schon besser finde. Was auch vor allem an den SchauspielerInnen liegt.

Ich finde Westwold auch gar nicht schlecht, aber für mich ist das vor allem ein toll durchführter und phantastisch in Szene gesetzter Zaubertrick. Wo das Spektakel eigentlich wichtiger ist als der Inhalt. Und das hat sich für mich auch leider von Anfang an abgezeichnet. Natürlich hab ich nicht alle Wendungen vorausgesehen, dass einige davon kommen werden war aber schon früh absehbar. Digger hat ja geschrieben, dass das wieder eine Serie war, wo man mitdenken und spekulieren könnte. Ich würde sagen, man kann vor allem spekulieren. Und das gibt mir leider sehr wenig. Auch am Ende kann man ja jetzt spekulieren, ob da wirklich irgendwer einen freien Willen hatte. Interessiert mich aber nicht. Zum großen Thema "was macht menschlich" hat die Serie für mich nichts neues beigetragen. Natürlich ist das ein spannendes Thema. Aber halt kein Neues. Das wurde in vielen unterschiedlichen Künsten behandelt. Vielleicht gibt es dazu auch nicht wirklich neues zum erzählen.

Westwold bricht es halt am Ende eigentlich wieder auf Liebe gegen Hass runter. Das mit dem Twist, dass die unschuldige, liebliche Dolores zur Gewalt greift, während die wütende, gewalttätige Maeve die Liebe zu ihrer Tochter bewegen. (Schön auch hier das schwarz weiß Motiv bei den Schauspielerinnen gewählt. In dem Zusammenhang könnte man auch die Indianer ansprechen, aber der Park ist halt wahrscheinlich vor allem ein Spielzeug für reiche weiße Amerikaner.) Und hier weiß man aber nicht, ob das nicht vom Hannibal doch alles so geschrieben war. Den der wusste natürlich über 30 Jahre, dass da was im Busch ist und hat deshalb am Ende die Oberhand behalten (denn dass es zu dem Mord kommen sollte, wollte er ja auf jeden Fall). Ohne dieses "der bescheißt mich, das weiß ich aber sowieso, deshalb bescheiße ich ihn noch viel besser" hätte mir die Serie wahrscheinlich um einiges besser gefallen.


So hat man noch genug Mysterie für zukünftige Staffeln. Und ich werde wahrscheinlich wieder rein schauen. Denn wie gesagt, dass Spektakel ist schon gut gemacht. Einen speziellen Platz in meinem Serienleben wird Westworld aber nicht einnehmen.

Ich hab ein paar Wochen davor auch zum Beispiel Godless gesehen, was mir doch um einiges besser gefallen hat.
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